Interaktive Erklärung von Reihen- und Parallelschaltungen
Bei einer Reihenschaltung sind die Widerstände hintereinander geschaltet. Der gleiche Strom $I$ fließt durch alle Widerstände. Die Gesamtspannung $U$ teilt sich auf die einzelnen Widerstände auf: $U = U_1 + U_2 + U_3$
| Größe | Ohne $R_3$ | Mit $R_3$ | Änderung | Erklärung |
|---|---|---|---|---|
| $R_{ges}$ | 300 Ω | 450 Ω | ↑ steigt | Widerstände addieren sich |
| $I$ | 40 mA | 26.7 mA | ↓ sinkt | Mehr Widerstand = weniger Strom |
| $U_1$ | 4 V | 2.67 V | ↓ sinkt | $U_1 = I \cdot R_1$, I sinkt → $U_1$ sinkt |
| $U_2$ | 8 V | 5.33 V | ↓ sinkt | $U_2 = I \cdot R_2$, I sinkt → $U_2$ sinkt |
Bei einer Reihenschaltung von Widerständen gilt:
Bei Reihenschaltung addieren sich die Widerstände:
Der Strom ist überall gleich und wird durch die Gesamtspannung und den Gesamtwiderstand bestimmt:
Die Spannung an jedem Widerstand ergibt sich aus dem Ohmschen Gesetz:
Warum ändern sich $U_1$ und $U_2$ wenn $R_3$ hinzugefügt wird?
Im Gegensatz zur Parallelschaltung ändert sich bei der Reihenschaltung ALLES:
Bei einer Parallelschaltung sind die Widerstände nebeneinander geschaltet. An allen Widerständen liegt die gleiche Spannung $U$ an. Der Gesamtstrom teilt sich auf: $I_g = I_1 + I_2 + I_3$
| Größe | Ohne $R_3$ | Mit $R_3$ | Änderung | Erklärung |
|---|---|---|---|---|
| $R_{ges}$ | 66.67 Ω | 46.15 Ω | ↓ sinkt | Mehr parallele Pfade |
| $I_g$ | 180 mA | 260 mA | ↑ steigt | Weniger Widerstand = mehr Strom |
| $I_1$ | 120 mA | 120 mA | = gleich | $I_1 = U/R_1$ unverändert |
| $I_2$ | 60 mA | 60 mA | = gleich | $I_2 = U/R_2$ unverändert |
Bei einer Parallelschaltung von Widerständen gilt:
Bei Parallelschaltung addieren sich die Leitwerte:
Da die Spannung überall gleich ist:
Der Gesamtstrom ist die Summe aller Teilströme:
Warum bleiben $I_1$ und $I_2$ gleich?
Die Teilströme hängen nur von $U$ und dem jeweiligen $R$ ab:
Da sich weder $U$ noch $R_1$ oder $R_2$ ändern, bleiben $I_1$ und $I_2$ unverändert!
| Eigenschaft | Reihenschaltung | Parallelschaltung |
|---|---|---|
| Strom | Überall gleich: $I_1 = I_2 = I$ | Teilt sich auf: $I_g = I_1 + I_2 + \ldots$ |
| Spannung | Teilt sich auf: $U = U_1 + U_2 + \ldots$ | Überall gleich: $U_1 = U_2 = U$ |
| $R_{ges}$ | $R_{ges} = R_1 + R_2 + \ldots$ Größer als größter Einzelwiderstand |
$\frac{1}{R_{ges}} = \frac{1}{R_1} + \frac{1}{R_2} + \ldots$ Kleiner als kleinster Einzelwiderstand |
| R₃ hinzufügen | $R_{ges}$ ↑, $I$ ↓, $U_1$ ↓, $U_2$ ↓ | $R_{ges}$ ↓, $I_g$ ↑, $I_1$ =, $I_2$ = |
Bei einer gemischten Schaltung werden Reihen- und Parallelschaltungen kombiniert. Die Berechnung erfolgt schrittweise: Zuerst werden Teilschaltungen vereinfacht, dann wird der Gesamtwiderstand berechnet.
R₁ ist in Reihe mit der Parallelschaltung aus R₂ und R₃ geschaltet.
Bei gemischten Schaltungen geht man von innen nach außen vor: Zuerst werden die innersten Teilschaltungen (Reihe oder Parallel) zu einem Ersatzwiderstand zusammengefasst, dann wird mit diesem weitergerechnet.
Bei gleichen Widerstandswerten ergeben sich je nach Schaltungsart unterschiedliche Gesamtwiderstände:
| Szenario | Schaltung | Formel für R_ges | R_ges (bei R₁=100Ω, R₂=200Ω, R₃=300Ω) |
|---|---|---|---|
| 1 | R₁ + (R₂ ∥ R₃) | $R_1 + \frac{R_2 \cdot R_3}{R_2 + R_3}$ | 220 Ω |
| 2 | (R₁ ∥ R₂) + R₃ | $\frac{R_1 \cdot R_2}{R_1 + R_2} + R_3$ | 366.7 Ω |
| 3 | R₁ ∥ (R₂ + R₃) | $\frac{R_1 \cdot (R_2 + R_3)}{R_1 + R_2 + R_3}$ | 83.3 Ω |